Meine Buchempfehlung

Hubert Achleitner / Flüchtig

Heute habe ich eine Leseprobe gefunden und gelesen, die ich total gut fand!
Das literarische Debüt von Hubert Achleitner, bekannt als Hubert von Goisern  (österreichischer Liedermacher und Weltmusiker)
Ein musikalischer Roman über Sehnsucht, Liebe und das flüchtige Glück.
Die Geschichte handelt von einer besonderen, großzügigen Frau namens Maria, die die Erzählerin in der Geschichte im Augenblick ihres Loslassens getroffen hat und die sie während dieser Zeit des Zusammenseins an ihrer Lebensgeschichte hat teilhaben lassen...
Diese bekommt einen Brief von Maria, den sie dem langjährigen Lebenspartner zukommen lassen soll, als Maria bereits ein halbes Jahr vermisst wird... und nicht sicher ist, ob sie noch am Leben ist.
Die Protagonisten werden vom Autor auf eine Reise von den österreichischen Bergen quer durch Europa nach Griechenland geschickt.
Für die beiden bedeutet es hauptsächlich eine emotionale Reise nach Innen.
Die Begegnungen mit den Menschen hinterlassen Melodien im Herzen, die weiter schwingen...

Flüssig und spannend geschrieben!

Erscheint am 27.04.20

Antje Schiefer

 


Marco Balzano / Ich bleibe hier

Literarische Geschichtsschreibung zum Bau des Staudamms am Reschenstausee, was damals in den 50er Jahren zur Überflutung zweier Dörfer Reschen und Graun in Südtirol führte.

Das dort Erlebte wird uns näher gebracht durch die vom Autor erfundene Lebensgeschichte von Trina und Erich, die im Dorf Graun aufwuchsen, eine Familie gründeten und zunächst während Mussolinis und nachfolgend Hitlers Herrschaft Schlimmes erleben mussten, deren Anpassung sie beide am Leben hielt indem sie weiter kämpften... bis ihr Dorf letztendlich doch zum Opfer fiel...

Vom Autor sehr gut recherchiert, fühlt man sich als Leser wahrhaftig in die Zeit zurück versetzt - bangt mit Trina und Erich, dass sie überleben mögen, teilt ihre schlimmen wie beglückenden Momente, die sie während dieser von Herrschaft und Krieg geprägten Zeit erleben...


Sehr spannend, flüssig u. mitreißend geschrieben. Der Autor Marco Balzano zieht mit seiner sehr glaubhaften Geschichte den Leser in seinen Bann. Ein sehr berührender Roman. Erscheint am 22.04.2020

Antje Schiefer


P. James / Das Haus in Cold Hill

Lust auf Schauergeschichten? Dann hätte ich was passendes, genau das richtige für einen langen Abend bei einem Glas Rotwein gespickt mit einer guten Portion Gänsehaut.

Für die Harcourts geht ein Traum in Erfüllung. Um dem Großstadtmief zu entgehen hat die junge Familie ein altes viktorianisches Landhaus erworben. Jahrelang blieb das Gebäude unbewohnt. Um es gründlich zu sanieren, haben sie gemeinsam viel Geld in ihr neues Zuhause gesteckt. Nachbarn munkeln zwar, in dem maroden Gebäude würde es umgehen, aber die Harcourts lassen sich davon nicht abschrecken. Doch bald müssen sie feststellen, in dem alten Gemäuer lauert etwas, was ihnen nicht wohlgesonnen ist. Als sie versuchen, mehr über die düstere Vergangenheit des Hauses zu erfahren, streckt das Böse seine Krallen nach der Familie aus.

Das Grauen kommt hier auf ganz, ganz leisen Sohlen, steigert sich dann von Kapitel zu Kapitel bis zum haarsträubenden Finale. Peter James versteht es meisterhaft, seine Leser bei der Stange zu halten. Genau die richtige Lektüre dem Mainstream des Alltags zu entfliehen.


Don Winslow / Jahre des Jägers

Don Winslow präsentiert uns mit Jahre des Jägers den krönenden Abschluss seiner Trilogie über den amerikanisch-mexikanischen Drogenkrieg. US-Drogenfahnder Art Kellers Kreuzzug gegen den internationalen Drogenhandel ist nach Tage der Toten und das Kartell noch nicht zu Ende erzählt. Nach dem Tod des Drogen-Barons Adan Barrera beanspruchen neue Kartell-Bosse die Macht für sich und ein neuer Krieg beginnt. Heftiger und vernichtender als je zuvor, der bis vor die Tore des weißen Hauses nach Washington reicht, indem ein korrupter und umstrittener Präsident residiert.

Trotz seiner knapp 1000 Seiten Inhalt ist das Buch extrem spannend. Don Winslow schreibt kurz und knackig. Sein Schreibstil nimmt einen ab dem ersten Satz sofort gefangen. Jahre des Jägers beschreibt den nicht enden wollenden brutalen Kampf gegen das Drogen-Kartell.


Stephen Fry / Das Nilpferd

Ted wurde gerade gefeuert. Seinen Job als Theaterkritiker hat er verloren. Der Schürzenjäger bleibt aber nicht untätig, schließlich hat man ja Verwandtschaft mit englischem Landhaus.
Der ideale Ort für Liebe, Drama, Wahnsinn, gepaart mit Obskurem, Okkultem und einigen ordentlichen Flaschen Whisky.

Eine echte Achterbahnfahrt durchs englische Landleben.
Very British. Indeed. Ein Flying Circus ;-)


Thomas Krug, Nov. 2019


Alma Katsu / The Hunger

April 1846 – aus Springfield, Illinois, macht sich ein Siedlertreck auf nach Kalifornien. Der Weg ist beschwerlich, doch die Hoffnung auf einen Neubeginn verdrängt alle Ängste und Sorgen. Noch vor dem Wintereinbruch wollen sie gemeinsam mit ihren Familien ihr Ziel erreichen. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Angst vor einer unbekannten und gefährlichen Wildnis sowie Neid und Misstrauen beherrschen bald das Zusammenleben der Siedler. Als ein kleiner Junge verschwindet und bald darauf tot aufgefunden wird, eskaliert die Situation. Ihr Anführer, George Donner, beschließt daher eine Abkürzung über die Berge Sierra Nevadas. Doch ein plötzlicher Wintereinbruch mit Schnee und einer klirrenden Kälte hindert sie am Weiterkommen. Somit sitzen sie in der Falle. Es gibt kein Vor- und Zurück mehr. Ihr Proviant geht zur Neige, Krankheiten breiten sich aus. Und dann die Furcht vor etwas Unbekanntem, das den Treck schon von Anfang an zu verfolgen scheint. Diese Furcht vor etwas Bösem versetzt die Siedler immer mehr in Panik.

Die Handlung des Romans beruht auf historische Ereignisse. Die sogenannte Donner Party (Reisegruppe) war eines der  tragischsten Ereignisse in der Geschichte der Besiedelung Nordamerikas. 87 Männer, Frauen und Kinder machten sich auf ins gelobte Kalifornien, aber nur etwa die Hälfte erreicht ihr Ziel. Sie starben an Hunger, Krankheit und Erschöpfung. Manche von ihnen sollen auch dem Wahnsinn verfallen sein. Der Roman nimmt einen sofort mit auf diese beschwerliche Reise Das Buch ist flüssig und sehr spannend geschrieben aber mitunter auch beklemmend und sehr düster. Den Wunsch der handelnden Personen, etwas vollständig Neues zu wagen und das alte Leben hinter sich zu lassen kann man als Leser sehr gut nachvollziehen. Man leidet mit ihnen und hofft, dass sich das ganze Unternehmen doch noch zum Guten wendet.


"0 - Null" / Adam Fawer

Wenn sie Optimist sind, hatten Sie wahrscheinlich einfach nur Pech.
Sie spielen Poker, gönnen sich ab und an eine Runde Roulette? Sie wetten hier und da und last, not least finden Sie Lotto schon mal attraktiv. Sie haben aber bisher nichts gewonnen, oder nur wenig? Sie fragen sich, warum Sie nicht gewinnen oder gewinnen können?
Oder sind Sie Pessimist? Die Chance stehen richtig schlecht. Wirklich schlecht. Tendenz: Null. - Vielleicht ist es einfacher vom Blitz getroffen zu werden.
Optimist oder Pessimist – egal. Sie können sich Ihre Chancen doch auch einfach ausrechnen. Wie bitte, die Anleitungen hierzu sind Ihnen zu langweilig?
Gut, mir auch.
Aber dann werfen Sie mal einen Blick in Fawers "Null".

Ein Thriller mit verstrickten Handlungssträngen, irren Protagonisten und vermeintlich Normalen mit ihren "ver-rückten" Absichten und Karriere- Attitüden.
0. - Eine Hetzjagd der Geheimdienste und Geheimniskrämer, flankiert von Formeln, Rechenbeispielen, Statistiken und Gedankengängen der großen Mathematiker und Theoretiker der Wahrscheinlickeit. Eine Achterbahnfahrt mit der Hoffnung der Hoffnungslosen, dem tragischen Untergang der Überlebenskünstler, den Gewinnen der Verlorenen.
Null Chancen. Egal - einfach nutzen. Denn, ja, wer nicht wagt, der nicht - Erkenntnis - gewinnt.

Thomas Krug, Januar 2020