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Meine Buchempfehlung

Lee Child / Ausgeliefert

Jack Reacher ist eine Thrillerreihe von Lee Child, die es mittlerweile auf 25 Bände gebracht hat.

Den zweiten Band „Ausgeliefert“ möchte ich allen Krimi- und Thrillerfans wärmstens empfehlen. Der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher bekommt es mit einem besonders brisanten Fall zu tun. In Chicago, tagsüber auf offener Straße, wird Holly Johnson, die Tochter eines der ranghöchsten Generäle Washingtons, entführt. Als Jack Reacher, der rein zufällig Zeuge der Entführung wird, ihr zu Hilfe eilen will, wird er ebenfalls überwältigt. Zusammen, aneinandergekettet, werden sie in einem Lieferwagen in die tiefen Wälder Montanas gebracht. Dort entpuppen sich ihre Entführer als gefährliche Psychopathen: Ihr perfider Plan, die Grundfesten der freien Weltordnung mit allen Mitteln zum Einsturz zu bringen. Die Rechnung haben Sie aber ohne Jack Reacher gemacht.

Dieses Buch ist bestens geeignet für den Urlaubskoffer. Mit immer neuen, atemberaubenden Wendungen wird der Leser bei der Stange gehalten. Wer auf spannende Thriller steht, kommt an Lee Child nicht vorbei.

Dietrich Kreh

 


Das wirkliche Leben

Das in Frankreich gefeierte Debüt der belgischen Schauspielerin und Schriftstellerin 'Adeline Dieudonné' ist bewusst schonungslos brutal geschrieben, wie das wirkliche Leben leider sein kann...

Die Geschichte über das Aufwachsen eines Geschwisterpaars in einem Elternhaus voller Angst, Grauen und Gewalt und wie sie es schaffen zu entrinnen...

Das Buch beschreibt den immerwährenden Kampf gegen diese schlimme Situation und schließlich die Eskalation!

Ein schlimmer Vorfall wird tot geschwiegen und ruft psychische Veränderungen beim kleinen Bruder hervor. Die größere Schwester sorgt sich sehr und entwickelt einen Plan um ihn zu retten.

Sie interessiert sich fortan für Zeitreisen und begeht andere Wege...

Brisante Thematik, die sehr zum Nachdenken anregt!

Antje Schiefer


Lily King / Writers & Lovers

Der Anfang September frisch erschienene neue Roman "Writers & Lovers" von Lili King ist sehr persönlich, emotional und eingängig geschrieben, als würde eine Freundin erzählen.
Lili King über die Schwierigkeit, sich als Schriftstellerin - jeden Tag aufs Neue - durchzuringen, an den Schreibtisch zu setzten und die innersten Gedanken wie Gefühle preis zu geben um diese zu Papier zu bringen.
Außerdem steht die Protagonistin, die junge noch unbekannte Schriftstellerin Casey, die durch das Studium hochverschuldet, ihren Lebensunterhalt zur Zeit mit Kellnern verdient, zwischen zwei Männern: der eine gleichaltrig, ein Lehrer, schreibinteressiert... der andere älter, verwitwet mit 2 kleinen Söhnen, ein bekannter Schriftsteller.
Eine schwere, herzzerreißende Entscheidung treibt Casey ab sofort um. Sie geht für ihren Lebenstraum, die Schriftstellerei, durch Tiefen und Höhen und schlussendlich zeigt die Story wie wichtig es ist authentisch zu bleiben um seinen Weg zu finden.
Liliy King hat mich bereits mit ihrem Roman "Euphoria" der im Jahr 2015 erschienen ist und in Anlehnung an reale Ereignisse aus dem Leben der Ethnologin Margaret Mead entstanden ist, durch ihren leidenschaftlich - intensiven wie natürlichen Schreibstil, sehr begeistert.
Absolut lesenswert!

Antje Schiefer

 


Bernard Minier / Wolfsbeute

Christine Steinmeyer, eine bekannte und beliebte Radiomoderatorin, findet einen schockierenden Brief in ihrem Briefkasten. In diesem kündigt eine für sie unbekannte weibliche Person ihren Suizid an. Zuerst ist sie der Meinung das Ganze ist ein Versehen, jemand anderes hätte diesen Brief erhalten sollen. Doch es lässt sie keine Ruhe. Verzweifelt versucht sie gemeinsam mit ihrem Verlobten die Verfasserin des Briefes ausfindig zu machen. Am nächsten Tag wird sie im Radiostudio von einem Hörer kontaktiert, der ihr vorwirft, Schuld am Selbstmord der unbekannten Verfasserin zu sein, weil sie nichts dagegen unternommen habe. Schlagartig wird ihr klar, dass der Brief ganz bewusst an sie verschickt wurde. Ein Stalker hat sich in ihr Leben eingeschlichen und versucht sie mit perfiden Methoden in den Wahnsinn zu treiben. Zur gleichen Zeit bekommt anonym der in einer Rehaklinik befindliche Kriminalpolizist Martin Servas einen Hotelzimmerschlüssel zugeschickt. In dem beiliegenden Schreiben wird er aufgefordert, Ermittlungen zu einem zurückliegenden Fall wieder aufzunehmen. Vor einem Jahr kam in diesem Hotelzimmer eine junge Künstlerin grauenhaft ums Leben. Die Polizei ging damals von Suizid aus. Anfangs haben diese beiden Handlungsstränge nichts miteinander zu tun. Doch nach und nach wird ein Muster erkennbar. Wie sich die beiden Handlungsstränge miteinander verweben, ist unglaublich spannend zu lesen.

„Wolsbeute“ ist der dritte Fall mit Kriminalpolizist Martin Servas. Es wäre von Vorteil, seine vorangegangenen Bücher „Schwarzer Schmetterling“ und „Kindertotenlied“ zu lesen. Auch diese beiden Bücher sind genial.

Dietrich Kreh


Karsten Dusse / Achtsam Morden

"Karsten Dusse, Mein Kind in mir will achtsam morden":
Dieser Band schließt an den im Sommer 2019 erschienenen ersten Band "Achtsam morden" an.
Ich habe allerdings das zweite Buch zuerst gelesen und trotzdem sehr schnell in die Story hinein gefunden:
Der Jurist Björn Diemel wird wieder ohne es wirklich zu wollen Verursacher eines Mordes.
Da es vorab einen Streit gab und Björn sich mit seiner Familie gerade im Urlaub auf einer Alm im Allgäu befand, schickt ihn seine Frau anschließend wieder zu seinem Achtsamkeits-Therapeuten, bei dem Björn sich mit seinem 'inneren Kind' beschäftigt.
Jedes Kapitel beginnt daher mit einem Schlüsselsatz aus der Achtsamkeitslehre direkt aus der Therapiestunde. Sein Therapeut Joschka Breitner hat ihm diese als Ratgeber zusammengestellt.
Es ist wirklich ein ungewöhnlich erfrischender neuartiger Krimi, nebenbei sehr humorvoll, interessant und inspirierend...
Ein Tipp für Lesemuffel wie für gute Freunde!

Antje Schiefer


Sigrid Nunez / Der Freund

Philosophisch anmutendes Werk. Die Geschichte handelt von einer Frau die einen sehr guten Freund verloren hat... und nun seinen Hund 'geerbt' hat. Ein therapeutisches Gutachten verhilft ihr dazu den Hund in ihrer gemieteten Stadtwohnung halten zu dürfen. Sie ist Schriftstellerin, die Schreibkurse gibt. Das Buch lebt von philosophischen Gedankengängen über das Schriftstellerdasein in Form von Zitaten und Äußerungen bekannter Autoren über die Bindung zwischen Mensch und Tier sowie über das Schreiben an sich. Gut recherchiertes, recht interessantes Gedankengut vermittelt so den Leser/innen Eindrücke aus dem Schriftstellerleben. Auch die Autorin setzt sich mit der Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung auseinander und lässt uns ebenso an ihren Ansichten zu Freundschaft, Verlustangst und Trauer teilhaben. Ihre Schilderungen regen sehr zum Nachdenken an.

Antje Schiefer


Don Winslow / Broken

Für alle eingefleischten Don Winslow Fans und die - die es noch werden wollen, sein neuestes Buch: sechs rasante Kurzgeschichten mit bekannten Helden aus seinen vorigen Werken.
Don Winslow, ehemaliger Privatdedektiv, Anti-Terror-Ausbilder und Prozesssachverständiger schreibt über eine Welt voller Kriminalität und Verbrechen.
Detailliert, realistisch, spannend, humorvoll - super geschrieben - einfach brillant!

Antje Schiefer


J. C. Wagner / Sommer bei Nacht

Der Auftakt einer neuen Reihe.

Ein literarischer Krimi sehr spannend und intensiv, gekonnt strukturiert geschrieben: Verschiedene Erzähl-Perspektiven lassen uns Leser/innen die in der Geschichte beteiligten Charaktere kennenlernen und vermitteln uns peu à peu ein psychologisches Bild. Je mehr wir erfahren umso mehr fügen sich die einzelnen Perspektiven zu einem Ganzen zusammen.

Jan Costin Wagner schreibt zwar ungewöhnlich - darauf musste ich mich erstmal einlassen, doch flüssig mit teilweise poetischen Einlagen, was wahrscheinlich daher rührt, dass der Autor zugleich Songwriter ist.

Manche Kapitel sind anfangs mit Songs verknüpft, die laut einer Notiz im Buch, während der Niederschrift des Romans entstanden sind.

Antje Schiefer

 

 


Ursula Poznanski / Vanitas

Der neue Vanitas Band von Ursula Poznanski ist wieder superspannend, gruselig und geheimnisvoll!
Von mir eine klare Leseempfehlung! Ich konnte den frisch erschienenen 2. Band genau wie letztes Jahr den 1. Band fast nicht beiseite legen und habe das Buch in nur wenigen Tagen gelesen.
Die Blumenhändlerin Carolin Bauer mit ihrer geheimnisvollen Vergangenheit, auf die diesmal näher eingegangen wird, ist wieder zurück in dem Friedhofsblumenladen in Wien. Um sie herum passieren mysteriöse Dinge, denen sie trotz der Gefahr auf den Grund gehen will. Parallel hat sie nach wie vor furchtbare Angst von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden - Menschen die es nicht gut mit ihr meinen sind eventuell auf ihrer Spur... und wie sich herausstellt hat sie den richtigen Riecher!
Die Person die sie eigentlich beschützen soll ist unerreichbar und schwebt möglicherweise in Lebensgefahr?
Der Thriller ist vielschichtig, spannend und in einem flüssigen Schreibstil verfasst. Ich habe jetzt schon Lust auf den 3. Band der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Antje Schiefer
 


Das Haus der Frauen

Ein wunderschön geschriebenes Buch von Laetitia Colombani über 'Das Haus der Frauen' (original: Palais de la Femme) in Paris mit zwei parallel verlaufenden Handlungen: Im Heute und vor fast 100 Jahren als der Palast der Frau von Blanche Peyron, der Begründerin und Kämpfernatur, die sich für das Wohl so vieler alleinstehender, misshandelter und obdachloser Frauen eingesetzt hat, zusammen mit ihrem Ehemann, dem General der Heilsarmee, ins Leben gerufen wurde. Blanche Peyron ist zwar nicht in die Geschichte eingegangen aber das Haus der Frauen lebt immer noch. Solène die im Heute lebt, zunächst als erfolgreiche Anwältin, durch den Freitod eines Mandanten jedoch in eine tiefe Depression fällt, bekommt durch ein Ehrenamt Kontakt zum Palast der Frau und dadurch wieder neuen Lebensmut. Wie schon in ihrem ersten Roman 'Der Zopf' begeistert uns hier Laetitia Colombani wieder mit einer großartigen Geschichte über starke Frauen in einer schön anmutig formulierten Sprache, geschmückt mit stimmigen Zitaten. Gleichzeitig  appelliert der Roman an die Solidarität und zeigt beispielhaft wie gut es tut diese zu leben. Von mir eine klare Leseempfehlung!

Antje Schiefer


Bov Bjerg / Serpentinen

Bov Bjergs Serpentinen ist ein hochemotionaler Roman, der zwar in relativ einfach gehaltener Sprache geschrieben - aber durch die Aneinanderreihung von Gedanken, Erinnerungen, Rückblicken im Wechsel mit realem Erleben der Protagonisten, recht schwer zu lesen ist, da die Geschichte manchmal verworren wirkt:
Ein Vater verreist mit seinem Sohn an Orte seiner Kindheit und damit in seine Vergangenheit, die dadurch geprägt ist, dass sich all seine männlichen Vorfahren das Leben nahmen und er zudem von seinem Stiefvater geschlagen wurde - also eine schwere, psychisch belastende Kindheit hatte. Bov Bjerg, dessen voriger Roman ’Auerhaus’ im Jahr 2015 erschienen ist, erzählt in seinem neuen Roman mutig, genau und lang nachwirkend, vom Kampf eines Vaters gegen die Dämonen der Vergangenheit. Er versteht es die Stimmungen einzufangen und hält die Spannung hoch.
Der Roman fesselt und berührt.
Antje Schiefer


Felix und die Quelle des Lebens

Eine bezaubernde, tiefsinnige Lektüre von Eric-Emmanuel Schmitt über den Sinn des Lebens und wie wichtig es ist seine Herkunft zu kennen und eine Familie zu haben. Felix lebt mit seiner Mutter Fatou in Paris und wächst in ihrem kleinen Café namens 'Büro' mit den teilweise schrullig-schrägen aber sehr liebenswerten Stammgästen auf. Alles läuft gut bis der benachbarte Lebensmittelhändler Monsieur Tchombé schwer erkrankt und Felix Mutter seinen Lebensmittelladen 'Feigenparadies' zum Kauf anbietet. Sie erfährt auf diesem Weg, dass eine vom Vorgänger nicht bezahlte Steuer-Schuld ihr Café belastet, weshalb sie nicht wie geplant das Ladengeschäft ihres Nachbarn, dem sie bereits zugesagt hat, kaufen kann. Als sie Monsieur Tchombé diese Nachricht überbringt, verschlechtert sich sein Gesundheitszustand schlagartig - er stirbt noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Dadurch passiert mit der lebenslustigen Fatou etwas zunächst Unerklärliches: Sie verfällt in eine tiefe Depression. Die Stammkundschaft im Café und Onkel Bamba wollen helfen - doch es nützt alles nichts... an dieser Stelle taucht Felix Vater 'der Heilige Geist' auf, der die Idee hat mit Fatou nach Afrika, dem Land ihrer Wurzeln zu reisen und so machen sich die drei auf den Weg und Felix lernt so seinen Vater kennen und Fatou ihre traumabehaftete Vergangenheit.

Antje Schiefer


Hubert Achleitner / Flüchtig

Heute habe ich eine Leseprobe gefunden und gelesen, die find ich total gut!
Das literarische Debüt von Hubert Achleitner, bekannt als Hubert von Goisern  (österreichischer Liedermacher und Weltmusiker)
Ein musikalischer Roman über Sehnsucht, Liebe und das flüchtige Glück.
Die Geschichte handelt von einer besonderen, großzügigen Frau namens Maria, die die Erzählerin in der Geschichte im Augenblick ihres Loslassens getroffen hat und die sie während dieser Zeit des Zusammenseins an ihrer Lebensgeschichte hat teilhaben lassen...
Diese bekommt einen Brief von Maria, den sie dem langjährigen Lebenspartner zukommen lassen soll, als Maria bereits ein halbes Jahr vermisst wird... und nicht sicher ist, ob sie noch am Leben ist.
Die Protagonisten werden vom Autor auf eine Reise von den österreichischen Bergen quer durch Europa nach Griechenland geschickt.
Für die beiden bedeutet es hauptsächlich eine emotionale Reise nach Innen.
Die Begegnungen mit den Menschen hinterlassen Melodien im Herzen, die weiter schwingen...

Flüssig und spannend geschrieben!

Erscheint am 27.04.20

Antje Schiefer

 


Marco Balzano / Ich bleibe hier

Literarische Geschichtsschreibung zum Bau des Staudamms am Reschenstausee, was damals in den 50er Jahren zur Überflutung zweier Dörfer Reschen und Graun in Südtirol führte.

Das dort Erlebte wird uns näher gebracht durch die vom Autor erfundene Lebensgeschichte von Trina und Erich, die im Dorf Graun aufwuchsen, eine Familie gründeten und zunächst während Mussolinis und nachfolgend Hitlers Herrschaft Schlimmes erleben mussten, deren Anpassung sie beide am Leben hielt indem sie weiter kämpften... bis ihr Dorf letztendlich doch zum Opfer fiel...

Vom Autor sehr gut recherchiert, fühlt man sich als Leser wahrhaftig in die Zeit zurück versetzt - bangt mit Trina und Erich, dass sie überleben mögen, teilt ihre schlimmen wie beglückenden Momente, die sie während dieser von Herrschaft und Krieg geprägten Zeit erleben...


Sehr spannend, flüssig u. mitreißend geschrieben. Der Autor Marco Balzano zieht mit seiner sehr glaubhaften Geschichte den Leser in seinen Bann. Ein sehr berührender Roman. Erscheint am 22.04.2020

Antje Schiefer


P. James / Das Haus in Cold Hill

Lust auf Schauergeschichten? Dann hätte ich was passendes, genau das richtige für einen langen Abend bei einem Glas Rotwein gespickt mit einer guten Portion Gänsehaut.

Für die Harcourts geht ein Traum in Erfüllung. Um dem Großstadtmief zu entgehen hat die junge Familie ein altes viktorianisches Landhaus erworben. Jahrelang blieb das Gebäude unbewohnt. Um es gründlich zu sanieren, haben sie gemeinsam viel Geld in ihr neues Zuhause gesteckt. Nachbarn munkeln zwar, in dem maroden Gebäude würde es umgehen, aber die Harcourts lassen sich davon nicht abschrecken. Doch bald müssen sie feststellen, in dem alten Gemäuer lauert etwas, was ihnen nicht wohlgesonnen ist. Als sie versuchen, mehr über die düstere Vergangenheit des Hauses zu erfahren, streckt das Böse seine Krallen nach der Familie aus.

Das Grauen kommt hier auf ganz, ganz leisen Sohlen, steigert sich dann von Kapitel zu Kapitel bis zum haarsträubenden Finale. Peter James versteht es meisterhaft, seine Leser bei der Stange zu halten. Genau die richtige Lektüre dem Mainstream des Alltags zu entfliehen.


Don Winslow / Jahre des Jägers

Don Winslow präsentiert uns mit Jahre des Jägers den krönenden Abschluss seiner Trilogie über den amerikanisch-mexikanischen Drogenkrieg. US-Drogenfahnder Art Kellers Kreuzzug gegen den internationalen Drogenhandel ist nach Tage der Toten und das Kartell noch nicht zu Ende erzählt. Nach dem Tod des Drogen-Barons Adan Barrera beanspruchen neue Kartell-Bosse die Macht für sich und ein neuer Krieg beginnt. Heftiger und vernichtender als je zuvor, der bis vor die Tore des weißen Hauses nach Washington reicht, indem ein korrupter und umstrittener Präsident residiert.

Trotz seiner knapp 1000 Seiten Inhalt ist das Buch extrem spannend. Don Winslow schreibt kurz und knackig. Sein Schreibstil nimmt einen ab dem ersten Satz sofort gefangen. Jahre des Jägers beschreibt den nicht enden wollenden brutalen Kampf gegen das Drogen-Kartell.


Stephen Fry / Das Nilpferd

Ted wurde gerade gefeuert. Seinen Job als Theaterkritiker hat er verloren. Der Schürzenjäger bleibt aber nicht untätig, schließlich hat man ja Verwandtschaft mit englischem Landhaus.
Der ideale Ort für Liebe, Drama, Wahnsinn, gepaart mit Obskurem, Okkultem und einigen ordentlichen Flaschen Whisky.

Eine echte Achterbahnfahrt durchs englische Landleben.
Very British. Indeed. Ein Flying Circus ;-)


Thomas Krug, Nov. 2019


Alma Katsu / The Hunger

April 1846 – aus Springfield, Illinois, macht sich ein Siedlertreck auf nach Kalifornien. Der Weg ist beschwerlich, doch die Hoffnung auf einen Neubeginn verdrängt alle Ängste und Sorgen. Noch vor dem Wintereinbruch wollen sie gemeinsam mit ihren Familien ihr Ziel erreichen. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Angst vor einer unbekannten und gefährlichen Wildnis sowie Neid und Misstrauen beherrschen bald das Zusammenleben der Siedler. Als ein kleiner Junge verschwindet und bald darauf tot aufgefunden wird, eskaliert die Situation. Ihr Anführer, George Donner, beschließt daher eine Abkürzung über die Berge Sierra Nevadas. Doch ein plötzlicher Wintereinbruch mit Schnee und einer klirrenden Kälte hindert sie am Weiterkommen. Somit sitzen sie in der Falle. Es gibt kein Vor- und Zurück mehr. Ihr Proviant geht zur Neige, Krankheiten breiten sich aus. Und dann die Furcht vor etwas Unbekanntem, das den Treck schon von Anfang an zu verfolgen scheint. Diese Furcht vor etwas Bösem versetzt die Siedler immer mehr in Panik.

Die Handlung des Romans beruht auf historische Ereignisse. Die sogenannte Donner Party (Reisegruppe) war eines der  tragischsten Ereignisse in der Geschichte der Besiedelung Nordamerikas. 87 Männer, Frauen und Kinder machten sich auf ins gelobte Kalifornien, aber nur etwa die Hälfte erreicht ihr Ziel. Sie starben an Hunger, Krankheit und Erschöpfung. Manche von ihnen sollen auch dem Wahnsinn verfallen sein. Der Roman nimmt einen sofort mit auf diese beschwerliche Reise Das Buch ist flüssig und sehr spannend geschrieben aber mitunter auch beklemmend und sehr düster. Den Wunsch der handelnden Personen, etwas vollständig Neues zu wagen und das alte Leben hinter sich zu lassen kann man als Leser sehr gut nachvollziehen. Man leidet mit ihnen und hofft, dass sich das ganze Unternehmen doch noch zum Guten wendet.


"0 - Null" / Adam Fawer

Wenn sie Optimist sind, hatten Sie wahrscheinlich einfach nur Pech.
Sie spielen Poker, gönnen sich ab und an eine Runde Roulette? Sie wetten hier und da und last, not least finden Sie Lotto schon mal attraktiv. Sie haben aber bisher nichts gewonnen, oder nur wenig? Sie fragen sich, warum Sie nicht gewinnen oder gewinnen können?
Oder sind Sie Pessimist? Die Chance stehen richtig schlecht. Wirklich schlecht. Tendenz: Null. - Vielleicht ist es einfacher vom Blitz getroffen zu werden.
Optimist oder Pessimist – egal. Sie können sich Ihre Chancen doch auch einfach ausrechnen. Wie bitte, die Anleitungen hierzu sind Ihnen zu langweilig?
Gut, mir auch.
Aber dann werfen Sie mal einen Blick in Fawers "Null".

Ein Thriller mit verstrickten Handlungssträngen, irren Protagonisten und vermeintlich Normalen mit ihren "ver-rückten" Absichten und Karriere- Attitüden.
0. - Eine Hetzjagd der Geheimdienste und Geheimniskrämer, flankiert von Formeln, Rechenbeispielen, Statistiken und Gedankengängen der großen Mathematiker und Theoretiker der Wahrscheinlickeit. Eine Achterbahnfahrt mit der Hoffnung der Hoffnungslosen, dem tragischen Untergang der Überlebenskünstler, den Gewinnen der Verlorenen.
Null Chancen. Egal - einfach nutzen. Denn, ja, wer nicht wagt, der nicht - Erkenntnis - gewinnt.

Thomas Krug, Januar 2020